Habe ich aufgemacht und gleich schon wieder keinen Bock gehabt die Sticker für die Figuren des fünften Spielers aufzukleben. Im Nachhinein frage ich mich wieso ich das überhaupt getan habe, ich spiele sowas eh nicht zu fünft, ob nun im Grundspiel oder der Erweiterung. So, und man kann nun also in der Brauerei Bier brauen und dafür im Wirtshaus Personenkarten abfüllen. Durch diese gibt es dann einmalige Boni oder eine Sonderrolle bei der Endwertung, sprich nichts was uns irgendwie überraschen würde. Dass so bestimmte Strategien bestärkt werden und das bisher Unmögliche möglich gemacht wird ist zum Teil ein netter Spielzweig, kann manchmal einem Spieler aber auch zu sehr zuspielen – eine kleine Glückskomponente, die nicht jedem Dörfler zusagen wird. Ausprobieren sollte man die Erweiterung aber auf jeden Fall mal, allein der Abwechslung halber lohnt sich die Investition und Village kann man ja eigentlich gar nicht genug spielen! Ganz große Sorgen mache ich mir aber, dass auf der Packung „Die erste Erweiterung“ steht – bitte, bitte nicht! Achso, fast hätte ich es vergessen: Hier könnt Ihr kaufen!
A Study in Static ist gar nicht so leicht einzuschätzen. Zwar bekommt man hier wieder wie gewohnt eine Menge nützliche Karten, zwei davon betrachte ich auch als maßgeblich spielverändernd, und trotzdem denke ich nicht, dass Gelegenheitsspieler oder Deckbaumuffel wahnsinnig viel mit dem Päckchen anfangen können, beziehungsweise die anderen bisher erschienenen wesentlich interessanter sind. Vielleicht reicht es aber ja schon, dass man nun für nur einen Credit einfach ein beliebiges verdeckt ausliegendes ICE ohne weitere Kosten umdrehen darf, zum Beispiel auch die gefährlichen Archer und Janus; der Haken: Wird das ICE ein Mal komplett gebrochen, so wird es umgehend zerstört. Fortgeschrittene Spieler sehen hinter dem Angebot den ein oder anderen Trick, können ihre Decks geschickt optimieren und die Gegner überraschen – sie müssen natürlich wie immer zuschlagen. A Study in Static verändert das Spielgefühl allein durch besagte Karte stark und trotzdem zeigt sich schnell, dass die neuen Karten keinesfalls unfair sind. Netrunner ist nach wie vor eines meiner absoluten Lieblingsspiele und wird mit jedem Kartenpaket vielseitiger. Mittlerweile ist der Deckbau auch nicht mehr nur eine reine Feinabstimmung, sondern wird beinahe undurchschaubar komplex. Die Zeiten wo man bei einer Fraktion noch nahezu genau wusste was einen erwartet sind definitiv gezählt.
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SDJ im Video
Martin hat die drei Nominierten des Spiel des Jahres 2013 einmal mit Kommentar vorgestellt. Da die Youtube-Einbindung traurigerweise immer noch nicht vernünftig funktioniert, müsst ihr hier klicken.
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Engelsgleiche Zusage
Auf seinem Blog kritisiert Kollege Sebastian Wenzel die vergangene Kosmos-Werbekampagne zu ihrem Spiel Dice Devils, welche über den Dienstleister Hallimash abgewickelt wurde und in deren Rahmen auch ich ein bezahltes Vorstellungsvideo gedreht habe. Unter der reißerischen Losung „Teuflisches Angebot“ hinterfragt er zuerst das Vorgehen des Verlags und unterstellt diesem, ein womöglich schlechtes Spiel über Umwege möglichst günstig im redaktionellen Teil platzieren zu wollen. Er geht sogar noch weiter und fragt nach dubiosen Maßnahmen wie gekauften Amazon-Bewertungen, Facebook-Fans oder Foren-Beiträgen. Im nächsten Schritt schwingt aber auch Kritik an den Rezensenten mit, welche auf das Angebot eingehen und das Spiel gegebenenfalls zu gut bewerten. Aber lest hier selbst – ein guter und nachdenkenswürdiger Artikel. Überseht auch nicht die Kommentare unter diesem, dort finden sich bereits ein paar interessante weiterführende Gedanken zu dem Thema.
Ich persönlich kenne die Hintergründe nicht gut genug um ein kritisches Urteil abgeben zu können, mein Eindruck war aber, dass Kosmos die Kampagne als eine Art Komplettpaket in Auftrag gegeben und damit ein neues Vermarktungsinstrument ausprobiert hat. Für den genauen Ablauf müsste demnach allein der Dienstleister verantwortlich sein, der als Teil des Vertrags auch die Vermittlung und Preisgestaltung übernimmt. Kosmos ist daher möglicherweise nicht im Einzelnen für den Verlauf verantwortlich, ich wäre da jedenfalls etwas vorsichtiger. Generell finde ich es großartig, dass Verlage allmählich etwas aufgeschlossener werden und sich überhaupt an derartige Konzepte wagen, so wie zuvor ja auch bei der Schnitzeljagd nach Andor – ein voller Erfolg. Mein Gefühl war es häufig, dass man als deutscher (Spiele-)Rezensent mit ein paar Ausnahmen einen sehr schweren Stand hat, sei es bei der Kommunikation, dem Anfordern von Exemplaren oder der Vergütung (welche quasi nicht existiert). Letztendlich machen viele Rezensenten sehr effektive Werbung für Lau, selbst wenn sie nur wenige Leser erreichen. So ist die Frage nach einer angemessenen Bezahlung durchaus berechtigt und wie Sebastian weiter selbst sagt „lohnt“ sich eine Arbeit in diesem Breich einfach überhaupt nicht. Und mit „Lohn“ ist für mich nicht nur Geld gemeint, sondern auch der Umgang. Vielleicht sind Kampagnen dieser Art ein erster Schritt in die richtige Richtung, das heißt Rezensenten ernstzunehmen und auf sie zuzugehen? In meinem Fall war es eine willkommene Abwechslung und trotzdem habe ich lange darüber nachgedacht, ob ich das Angebot annehmen soll. Ich habe mir ähnliche Fragen gestellt wie die, die Sebastian in seinem Text aufwirft: Kann ich für eine Rezension Geld annehmen? Kann ich gleichzeitig meine eigene Meinung bewahren? Wie kann ich das den Leuten erklären? Wie viel Geld ist angemessen? Erst nachdem ich mit Hallimash telefoniert und die Bedingungen genau geregelt hatte, stimmte ich schließlich zu. Mir war es sehr wichtig eben nicht meine Meinung zu verkaufen, sondern ausschließlich den Platz auf meinem Blog. So war es mir erlaubt völlig frei meine Meinung zu äußern und auch ausdrücklich auf die Kampagne hinzuweisen. Den Umgang mit Hallimash kann ich dabei als sehr angenehm beschreiben – hier wurde eine Werbemaßnahme verhandelt, aber nichts beschönt oder verdreht. Ich hätte auch einfach ein Video komplett ohne Meinungsteil drehen können, das wäre kein Problem gewesen. Die Beobachtung, die Sebastian beschreibt, dass das Spiel in vielen Rezensionen „zu gut“ wegkommt, finde ich nämlich sehr erschreckend, und da möchte ich keinesfalls dran teilhaben. Ich für mich kann klar sagen, dass ich das Spiel nicht zu gut und völlig unabhängig bewertet habe, ja sogar mehr eine Vorstellung als eine Rezension verfasst habe und auch nach meinen Erwartungen bezahlt wurde. Ich hatte es selbst in der Hand und habe durch diese Kampagne definitiv mehr Gegenwert bekommen als jemals zuvor für eine Arbeit in diesem Umfang in dieser Branche. Das liegt natürlich daran, dass Spiele nach wie vor mein Hobby sind und ich kein professioneller Journalist, aber aus meiner Sicht hat es sich „gelohnt“. Trotzdem finde ich es gut und wichtig, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Als unbedarfter Blogger kann man nämlich nur sehr begrenzt einschätzen was die eigene Arbeit Wert sein kann und ist sicher viel zu leicht mit derartigen Angeboten zu locken. Transparentes und offensives Handeln der Verlage wäre da sehr wünschenswert – wie immer gilt für mich: Gute Arbeit sollte entsprechend entlohnt werden!
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Die Spiel des Jahres 2013 Nominierten
Sie stehen fest:
Spiel des Jahres
Augustus, Hanabi oder Qwix
Kennerspiel des Jahres
Brügge, Die Legenden von Andor oder Die Paläste von Carrara
Kinderspiel des Jahres
Der verzauberte Turm, Gold am Orinoko oder Mucca Pazza
Hier ein Link mit weiteren Informationen, Kommentaren und der Empfehlungsliste. Ich habe es zugegeben ja nicht für möglich gehalten, dass die Jury so kleine Spiele wie Hanabi überhaupt jemals in die Auswahl nehmen würde, aber da wurde ich ausnahmsweise mal sehr angenehm überrascht! Es geht ein Ruck durch Deutschland – das könnte ein echt gutes Jahr werden! Nun heißt es ganz unparteiisch Daumendrücken für Hanabi und Die Paläste von Carrara! 😉 Bei Kinderspielen habe ich mal wieder keine Ahnung, aber wozu hat man denn drei Daumen?
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Top 100 (2012) 50-41 – wirklich wahr!
vielleicht hier.
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Die schwarzen Reiter kommen
Fantasy Flight Games haben Die schwarzen Reiter als eine neue Saga-Erweiterung für das Herr der Ringe LCG angekündigt. Damit kommt bald das, was ohnehin von Anfang an schon immer alle gewollt haben: Man kann endlich die Geschehnisse aus Der Herr der Ringe nachspielen und Frodo auf seiner Reise zum Schicksalsberg begleiten. Los geht es mit drei Szenarien, in denen auf irgendeine Weise Nazgûl vorkommen, und Hobbithelden gibt es natürlich auch. Klingt vielversprechend!
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Spielvorstellung: Asante
Asante ist ein „neues“ reines Zweier von Kosmos und letztendlich je nachdem eine Neuauflage oder Erweiterung des beliebten Kartenspiels Jambo. Wer das noch nicht kennt kann sich zahlreiche Rezensionen dazu ansehen, beispielsweise hier. Asante verwendet grundsätzlich den gleichen Regelsatz, als kleine Neuerung kommen aber heilige Örtlichkeiten ins Spiel, welche beim Ausspielen von Gegenständen vergeben werden (zuerst an den Gegenspieler, später bei gutem Spiel auch an einen selbst). Diese Karten erlauben je nach Typ einen kleinen Bonus, der interessanter wird, je mehr gleiche Örtlichkeiten man im Spielverlauf sammelt. Das ist eine nette Ergänzung, aber sicher nicht essenziell. Ansonsten bleibt das Spielgefühl voll erhalten, tolles Material und komplett neue Karten reizen auch alte Jambo-Hasen. Asante ist dabei mit allen bisher erschienenen Jambo-Erweiterungen kombinierbar.
Wenn ein Spiel neu herausgegeben wird, muss es sich auch als neues Spiel behaupten und seine Neuauflage rechtfertigen. Asante schafft das problemlos. Auch wenn das Spiel mir persönlich aus heutiger Sicht ein klein wenig zu glückslastig beim Kartennachziehen ist, sind die Mechaniken nach wie vor spannend und liegen in einem angemessenen Zeitrahmen. Asante ist kein Spiel für die Mittagspause, aber trotzdem leicht verständlich – Komplexität ergibt sich aus den vielen verschiedenen Kartentexten und deren Interaktion. Wenn man Jambo noch nicht kennt, ist Asante ein sehr gelungenes Kartenspiel für zwei. Kenner hingegen müssen auf Grund der nur sehr bescheidenen Änderungen überlegen, ob sie ein weiteres Kartenpaket aus der Familie brauchen. Wir sind auf alle Fälle hier zu einem Handel bereit!
Descent wird erweitert, und das heißt in diesem Fall erstmal mehr vom Gleichen: Zwei neue Helden, zwei neue Heldenklassen, eine neue Overlordklasse, der neue Zustand „brennend“, neue Monster und Gegenstände, Kartenteile und natürlich fünf neue Abenteuer. Soweit ist auch alles erstmal sehr gelungen, spielt sich frisch und fügt sich gut ein. Darüberhinaus gibt es noch die neuen Geheimräume, die sich eher weniger auf das Spiel auswirken. Beim Durchsuchen können die Helden zufällig auf die neue Geheimgang-Karte stoßen und dadurch, und nur dadurch, den Weg in einem Geheimraum entdecken, welcher daraufhin durch das Ziehen einer Geheimraum-Karte näher bestimmt wird. Diesen kleinen Raum können die Helden abseits der eigentlichen Spielfläche betreten, dort verschiedenen Herausforderungen (Proben oder Monster) begegnen und so schließlich bei Bestehen eine Belohnung abstauben. Ist ganz nett, aber auch nicht besonders toll, und kommt unter Umständen selten bis gar nicht vor oder stellt sich als Zeitverschwendung gemessen am aktuellen Abenteuer heraus. Ziemlich mäh. Auch etwas mäh ist, wie die Abenteuer der Erweiterung vorgesehen sind: Es gibt neue Gerüchte-Karten, welche der Overlord in der Kampagnenphase des Grundspiels ausspielen kann – eigentlich eine super Idee. Das können dann besondere Ereignisse sein, oder aber auch eine neue Nebenquest, zu welcher die Helden alternativ reisen können. Leider gibt es (bisher) nur wenige dieser Karten und der Overlord darf nur insgesamt drei davon im Verlauf der ganzen Kampagne spielen, was bedeutet, dass es (noch) so gut wie gar nicht vorkommt. Auch fügt sich das zwar super in eine neue Kampagne ein, doch ist es für Veteranen nicht ideal, die nicht nochmal die bekannten Abenteuer des Grundspiels spielen möchten. Zum Glück gibt es online bereits Abhilfe in Form einer kleinen Minikampagne – wieso nicht gleich so?! Wie gewohnt lassen sich die Abenteuer aber natürlich auch einzeln bestreiten.
Insgesamt ist Lair of the Wyrm eine gute Erweiterung, die interessante Konzepte einführt, welche nur leider noch nicht ganz ausgereift sind. Ich wünsche mir, dass die Gerüchte zukünftig weiter ausgebaut werden und so ein richtiges Rollenspielgefühl entsteht, was hier bedauerlicherweise nur angedeutet wird. Aber allein mit dem ganzen neuen Material dürften Fans bereits zufrieden und beschäftigt sein. Hier bestellen.
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Spielvorstellung: La Boca
Auf La Boca freue ich mich schon inständig, seit ich vor langer Zeit einmal den Prototypen spielen durfte. Geändert hat sich seitdem praktisch nichts: Immer zwei Spieler versuchen gemeinsam aus verschiedenen Klötzchen ein durch eine Karte vorgegebenes Gebilde zu erbauen, sehen dabei aber immer nur 2D von der Seite einen Teil der Vorgabe und müssen sich daher geschickt absprechen. Jeder spielt dabei mal mit jedem und versucht letztendlich auf Schnelligkeit die meisten Punkte zu erhaschen. Mehr ist das auch gar nicht. In Aktion ist das auch irgendwo in meinem Nürnbergvideo zu finden.
La Boca ist wahnsinnig schnell erklärt und zieht die Mitspieler augenblicklich in seinen Bann. Der kommunikative Aspekt in einem Bauspiel funktioniert tadellos, das gemeinsame Bauen aus einer Seitenansicht fasziniert und ist sogar lehrreich. Das Material, und damit schließe ich auch die Schachteleinlage ein, ist rundum gelungen. Ich kann über La Boca gar nichts Negatives verlieren. Es ist halt ein recht kurzweiliges Partyspiel und kann daher sicher nicht den ganzen Abend unterhalten, aber das haben derartige Spielkonzepte nun mal so an sich. Wie immer haben wir für Euch hier bereits einen Stapel aufgebaut und erreichen mit Eurer Kooperation hoffentlich die Höchstpunktzahl!





