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SDJ im Video

Martin hat die drei Nominierten des Spiel des Jahres 2013 einmal mit Kommentar vorgestellt. Da die Youtube-Einbindung traurigerweise immer noch nicht vernünftig funktioniert, müsst ihr hier klicken.
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Engelsgleiche Zusage

Auf seinem Blog kritisiert Kollege Sebastian Wenzel die vergangene Kosmos-Werbekampagne zu ihrem Spiel Dice Devils, welche über den Dienstleister Hallimash abgewickelt wurde und in deren Rahmen auch ich ein bezahltes Vorstellungsvideo gedreht habe. Unter der reißerischen Losung „Teuflisches Angebot“ hinterfragt er zuerst das Vorgehen des Verlags und unterstellt diesem, ein womöglich schlechtes Spiel über Umwege möglichst günstig im redaktionellen Teil platzieren zu wollen. Er geht sogar noch weiter und fragt nach dubiosen Maßnahmen wie gekauften Amazon-Bewertungen, Facebook-Fans oder Foren-Beiträgen. Im nächsten Schritt schwingt aber auch Kritik an den Rezensenten mit, welche auf das Angebot eingehen und das Spiel gegebenenfalls zu gut bewerten. Aber lest hier selbst – ein guter und nachdenkenswürdiger Artikel. Überseht auch nicht die Kommentare unter diesem, dort finden sich bereits ein paar interessante weiterführende Gedanken zu dem Thema.

Ich persönlich kenne die Hintergründe nicht gut genug um ein kritisches Urteil abgeben zu können, mein Eindruck war aber, dass Kosmos die Kampagne als eine Art Komplettpaket in Auftrag gegeben und damit ein neues Vermarktungsinstrument ausprobiert hat. Für den genauen Ablauf müsste demnach allein der Dienstleister verantwortlich sein, der als Teil des Vertrags auch die Vermittlung und Preisgestaltung übernimmt. Kosmos ist daher möglicherweise nicht im Einzelnen für den Verlauf verantwortlich, ich wäre da jedenfalls etwas vorsichtiger. Generell finde ich es großartig, dass Verlage allmählich etwas aufgeschlossener werden und sich überhaupt an derartige Konzepte wagen, so wie zuvor ja auch bei der Schnitzeljagd nach Andor – ein voller Erfolg. Mein Gefühl war es häufig, dass man als deutscher (Spiele-)Rezensent mit ein paar Ausnahmen einen sehr schweren Stand hat, sei es bei der Kommunikation, dem Anfordern von Exemplaren oder der Vergütung (welche quasi nicht existiert). Letztendlich machen viele Rezensenten sehr effektive Werbung für Lau, selbst wenn sie nur wenige Leser erreichen. So ist die Frage nach einer angemessenen Bezahlung durchaus berechtigt und wie Sebastian weiter selbst sagt „lohnt“ sich eine Arbeit in diesem Breich einfach überhaupt nicht. Und mit „Lohn“ ist für mich nicht nur Geld gemeint, sondern auch der Umgang. Vielleicht sind Kampagnen dieser Art ein erster Schritt in die richtige Richtung, das heißt Rezensenten ernstzunehmen und auf sie zuzugehen? In meinem Fall war es eine willkommene Abwechslung und trotzdem habe ich lange darüber nachgedacht, ob ich das Angebot annehmen soll. Ich habe mir ähnliche Fragen gestellt wie die, die Sebastian in seinem Text aufwirft: Kann ich für eine Rezension Geld annehmen? Kann ich gleichzeitig meine eigene Meinung bewahren? Wie kann ich das den Leuten erklären? Wie viel Geld ist angemessen? Erst nachdem ich mit Hallimash telefoniert und die Bedingungen genau geregelt hatte, stimmte ich schließlich zu. Mir war es sehr wichtig eben nicht meine Meinung zu verkaufen, sondern ausschließlich den Platz auf meinem Blog. So war es mir erlaubt völlig frei meine Meinung zu äußern und auch ausdrücklich auf die Kampagne hinzuweisen. Den Umgang mit Hallimash kann ich dabei als sehr angenehm beschreiben – hier wurde eine Werbemaßnahme verhandelt, aber nichts beschönt oder verdreht. Ich hätte auch einfach ein Video komplett ohne Meinungsteil drehen können, das wäre kein Problem gewesen. Die Beobachtung, die Sebastian beschreibt, dass das Spiel in vielen Rezensionen „zu gut“ wegkommt, finde ich nämlich sehr erschreckend, und da möchte ich keinesfalls dran teilhaben. Ich für mich kann klar sagen, dass ich das Spiel nicht zu gut und völlig unabhängig bewertet habe, ja sogar mehr eine Vorstellung als eine Rezension verfasst habe und auch nach meinen Erwartungen bezahlt wurde. Ich hatte es selbst in der Hand und habe durch diese Kampagne definitiv mehr Gegenwert bekommen als jemals zuvor für eine Arbeit in diesem Umfang in dieser Branche. Das liegt natürlich daran, dass Spiele nach wie vor mein Hobby sind und ich kein professioneller Journalist, aber aus meiner Sicht hat es sich „gelohnt“. Trotzdem finde ich es gut und wichtig, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Als unbedarfter Blogger kann man nämlich nur sehr begrenzt einschätzen was die eigene Arbeit Wert sein kann und ist sicher viel zu leicht mit derartigen Angeboten zu locken. Transparentes und offensives Handeln der Verlage wäre da sehr wünschenswert – wie immer gilt für mich: Gute Arbeit sollte entsprechend entlohnt werden!
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Die Spiel des Jahres 2013 Nominierten

Sie stehen fest:
 Spiel des Jahres
 Augustus, Hanabi oder Qwix
 Kennerspiel des Jahres
 Brügge, Die Legenden von Andor oder Die Paläste von Carrara
 Kinderspiel des Jahres
 Der verzauberte Turm, Gold am Orinoko oder Mucca Pazza
Hier ein Link mit weiteren Informationen, Kommentaren und der Empfehlungsliste. Ich habe es zugegeben ja nicht für möglich gehalten, dass die Jury so kleine Spiele wie Hanabi überhaupt jemals in die Auswahl nehmen würde, aber da wurde ich ausnahmsweise mal sehr angenehm überrascht! Es geht ein Ruck durch Deutschland – das könnte ein echt gutes Jahr werden! Nun heißt es ganz unparteiisch Daumendrücken für Hanabi und Die Paläste von Carrara! 😉 Bei Kinderspielen habe ich mal wieder keine Ahnung, aber wozu hat man denn drei Daumen?
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Top 100 (2012) 50-41 – wirklich wahr!

vielleicht hier.

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Die schwarzen Reiter kommen

Fantasy Flight Games haben Die schwarzen Reiter als eine neue Saga-Erweiterung für das Herr der Ringe LCG angekündigt. Damit kommt bald das, was ohnehin von Anfang an schon immer alle gewollt haben: Man kann endlich die Geschehnisse aus Der Herr der Ringe nachspielen und Frodo auf seiner Reise zum Schicksalsberg begleiten. Los geht es mit drei Szenarien, in denen auf irgendeine Weise Nazgûl vorkommen, und Hobbithelden gibt es natürlich auch. Klingt vielversprechend!
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Spielvorstellung

Spielvorstellung: Asante

Asante ist ein „neues“ reines Zweier von Kosmos und letztendlich je nachdem eine Neuauflage oder Erweiterung des beliebten Kartenspiels Jambo. Wer das noch nicht kennt kann sich zahlreiche Rezensionen dazu ansehen, beispielsweise hier. Asante verwendet grundsätzlich den gleichen Regelsatz, als kleine Neuerung kommen aber heilige Örtlichkeiten ins Spiel, welche beim Ausspielen von Gegenständen vergeben werden (zuerst an den Gegenspieler, später bei gutem Spiel auch an einen selbst). Diese Karten erlauben je nach Typ einen kleinen Bonus, der interessanter wird, je mehr gleiche Örtlichkeiten man im Spielverlauf sammelt. Das ist eine nette Ergänzung, aber sicher nicht essenziell. Ansonsten bleibt das Spielgefühl voll erhalten, tolles Material und komplett neue Karten reizen auch alte Jambo-Hasen. Asante ist dabei mit allen bisher erschienenen Jambo-Erweiterungen kombinierbar.
Wenn ein Spiel neu herausgegeben wird, muss es sich auch als neues Spiel behaupten und seine Neuauflage rechtfertigen. Asante schafft das problemlos. Auch wenn das Spiel mir persönlich aus heutiger Sicht ein klein wenig zu glückslastig beim Kartennachziehen ist, sind die Mechaniken nach wie vor spannend und liegen in einem angemessenen Zeitrahmen. Asante ist kein Spiel für die Mittagspause, aber trotzdem leicht verständlich – Komplexität ergibt sich aus den vielen verschiedenen Kartentexten und deren Interaktion. Wenn man Jambo noch nicht kennt, ist Asante ein sehr gelungenes Kartenspiel für zwei. Kenner hingegen müssen auf Grund der nur sehr bescheidenen Änderungen überlegen, ob sie ein weiteres Kartenpaket aus der Familie brauchen. Wir sind auf alle Fälle hier zu einem Handel bereit!
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Spielvorstellung

Spielvorstellung: Descent 2 – Lair of the Wyrm [Erw]

Descent wird erweitert, und das heißt in diesem Fall erstmal mehr vom Gleichen: Zwei neue Helden, zwei neue Heldenklassen, eine neue Overlordklasse, der neue Zustand „brennend“, neue Monster und Gegenstände, Kartenteile und natürlich fünf neue Abenteuer. Soweit ist auch alles erstmal sehr gelungen, spielt sich frisch und fügt sich gut ein. Darüberhinaus gibt es noch die neuen Geheimräume, die sich eher weniger auf das Spiel auswirken. Beim Durchsuchen können die Helden zufällig auf die neue Geheimgang-Karte stoßen und dadurch, und nur dadurch, den Weg in einem Geheimraum entdecken, welcher daraufhin durch das Ziehen einer Geheimraum-Karte näher bestimmt wird. Diesen kleinen Raum können die Helden abseits der eigentlichen Spielfläche betreten, dort verschiedenen Herausforderungen (Proben oder Monster) begegnen und so schließlich bei Bestehen eine Belohnung abstauben. Ist ganz nett, aber auch nicht besonders toll, und kommt unter Umständen selten bis gar nicht vor oder stellt sich als Zeitverschwendung gemessen am aktuellen Abenteuer heraus. Ziemlich mäh. Auch etwas mäh ist, wie die Abenteuer der Erweiterung vorgesehen sind: Es gibt neue Gerüchte-Karten, welche der Overlord in der Kampagnenphase des Grundspiels ausspielen kann – eigentlich eine super Idee. Das können dann besondere Ereignisse sein, oder aber auch eine neue Nebenquest, zu welcher die Helden alternativ reisen können. Leider gibt es (bisher) nur wenige dieser Karten und der Overlord darf nur insgesamt drei davon im Verlauf der ganzen Kampagne spielen, was bedeutet, dass es (noch) so gut wie gar nicht vorkommt. Auch fügt sich das zwar super in eine neue Kampagne ein, doch ist es für Veteranen nicht ideal, die nicht nochmal die bekannten Abenteuer des Grundspiels spielen möchten. Zum Glück gibt es online bereits Abhilfe in Form einer kleinen Minikampagne – wieso nicht gleich so?! Wie gewohnt lassen sich die Abenteuer aber natürlich auch einzeln bestreiten.
Insgesamt ist Lair of the Wyrm eine gute Erweiterung, die interessante Konzepte einführt, welche nur leider noch nicht ganz ausgereift sind. Ich wünsche mir, dass die Gerüchte zukünftig weiter ausgebaut werden und so ein richtiges Rollenspielgefühl entsteht, was hier bedauerlicherweise nur angedeutet wird. Aber allein mit dem ganzen neuen Material dürften Fans bereits zufrieden und beschäftigt sein. Hier bestellen.
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Spielvorstellung

Spielvorstellung: La Boca

Auf La Boca freue ich mich schon inständig, seit ich vor langer Zeit einmal den Prototypen spielen durfte. Geändert hat sich seitdem praktisch nichts: Immer zwei Spieler versuchen gemeinsam aus verschiedenen Klötzchen ein durch eine Karte vorgegebenes Gebilde zu erbauen, sehen dabei aber immer nur 2D von der Seite einen Teil der Vorgabe und müssen sich daher geschickt absprechen. Jeder spielt dabei mal mit jedem und versucht letztendlich auf Schnelligkeit die meisten Punkte zu erhaschen. Mehr ist das auch gar nicht. In Aktion ist das auch irgendwo in meinem Nürnbergvideo zu finden.
 
La Boca ist wahnsinnig schnell erklärt und zieht die Mitspieler augenblicklich in seinen Bann. Der kommunikative Aspekt in einem Bauspiel funktioniert tadellos, das gemeinsame Bauen aus einer Seitenansicht fasziniert und ist sogar lehrreich. Das Material, und damit schließe ich auch die Schachteleinlage ein, ist rundum gelungen. Ich kann über La Boca gar nichts Negatives verlieren. Es ist halt ein recht kurzweiliges Partyspiel und kann daher sicher nicht den ganzen Abend unterhalten, aber das haben derartige Spielkonzepte nun mal so an sich. Wie immer haben wir für Euch hier bereits einen Stapel aufgebaut und erreichen mit Eurer Kooperation hoffentlich die Höchstpunktzahl!
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Spielvorstellung

Spielvorstellung: Stille Post – Extrem

Wenn man mal über den Titel nachdenkt: Was ist überhaupt stille Post und wie kann die nun wieder extrem sein? Stille Post kennt trotzdem jeder und auch hat wohl jeder das Spielprinzip was sich hinter diesem neu erschienenen Brettspiel Stille Post – Extrem verbirgt schon einmal, eher ausgiebig, gespielt. Ich werde es daher diesmal nichtmal im Ansatz erklären, so viel Suchmaschinen-Verständnis traue ich Euch, liebe Leser, zur Not zu (trotzdem ein Tipp: Wikipedia > „Stille Post“ > Varianten). Malen, raten, malen, raten… zwar überhaupt nichts Neues, für sein Geld bekommt man hier aber Material für bis zu acht Spieler, darunter ein paar Begriffskarten, Würfel und Sanduhr, in erster Linie aber acht Ringblöcke, welche sich mit entsprechenden Stiften, mitgeliefert, beschreiben und schließlich auch wieder mit entsprechenden Tüchern, ebenfalls mitgeliefert, abwischen lassen. Diese Art Material ist derzeit in – völlig zu Recht, denn er sah, dass es gut war! Die Blöcke werten den Spielspaß von Stille Post extrem auf, also ist auch der Titel gerechtfertigt. Ich wüsste nicht wieso ich Stille Post jemals wieder ohne Stille Post – Extrem spielen sollte. Wer also auf derartige Partyspiele steht, sollte Stille Post – Extrem nicht stehen lassen! Hier, darüber besteht kein Zweifel! Das Recht steht auf der Seite der Besitzenden! Das Angebot steht! Dieser Anzug steht ihm nicht! Steht für den Spieltraum ein!
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Spielvorstellung: Die Siedler von Catan – Entdecker & Piraten [Erw]

Es gibt nun also tatsächlich eine neue Siedler von Catan – Erweiterung: Entdecker & Piraten. Was soll da noch kommen? Wir hatten schon Schifffahrt, Erkundung, komplexere Gebäudebauten, Ritterkämpfe, Ereignisse, Metropolen, Barbaren, Goldflüsse, Händler und Handelswaren, sogar Karawanen, einen Schokoladenmarkt, Fortschritt und unzählbar viele weitere abwechslungsreiche kleinere Varianten. Was braucht der unverwüstliche Siedlerfan, der all das schon totgespielt hat, noch? Richtig: KEINE Überarbeitung der Seefahrervariante!

Was macht nun also Entdecker & Piraten aus? Ihr ahnt es schon, haha. Nein, so schlimm ist es dann doch nicht, ich habe, zugegeben, für das Lesevergnügen ein wenig übertrieben. Am besten umschreiben kann man die Box aber tatsächlich als eine Art Mischung beziehungsweise Abwandlung von hauptsächlich Seefahrerelementen, gekreuzt mit verschiedenen anderen kleineren, zu mindest zum Teil bereits bekannten, Varianten, die dann zusammen ein sehr abgerundetes und abgestimmtes Spielerlebnis ergeben. Also: Drin sind grob gesagt fünf „Szenarien“, wobei man diese eher in vier aufeinander aufbauende Einführungen und schließlich das finale Spiel einteilen kann. Zu Beginn werden die neuen Schifffahrtsregeln vorgestellt, dann je drei Mal eine Missionsart (Piratenlager, Fischschwärme und der Handel mit Eingeborenen) vorgestellt und ausprobiert. Szenario Nummer fünf kombiniert dann ganz einfach all das und fühlt sich schließlich auch irgendwie fertig und richtig an. Wir haben blöderweise in der angebotenen Reihenfolge ausprobiert und waren dann entweder sehr gelangweilt oder hatten den Eindruck dass das entsprechende Element zu wenig Einfluss ausübt. Zusammengesetzt ergibt sich dann aber doch ein anderes und recht positives Bild. Letzendlich sieht es so aus, dass man ziemlich gewöhnlich Catan spielt, aber an Stelle von Städten jetzt Häfen aus Siedlungen entwickelt, welche keinen Ressourcenvorteil mehr abwerfen, dafür aber bestimmte Einheitentypen ausbilden können. Boote können sich in einer neuen Bewegungsphase eine gewisse Felderanzahl über das Spielbrett bewegen und verdeckte Inselfelder ent- und damit aufdecken. Haben sie einen Siedler an Bord, dann darf dieser an einer lukrativen Position eine neue Kolonie gründen; sind Krieger beziehungsweise Händler (ja, die sind irgendwie beides in einer Person) dabei, dann können gefundene Piratenlager angegriffen oder kann Kontakt zu Eingeborenen aufgenommen werden. Leere Boote dürfen aber auch gegebenenfalls auftauchende Fischschwärme fangen – sie haben regeltechnisch immer nur Platz für ein großes (Fische, Siedler) oder zwei kleine (Krieger/Händler, Gewürze) Spielelemente. Ohne da jetzt zu groß ins Detail zu gehen, funktionieren die Missionen alle recht ähnlich: Wenn man die gewisse Aufgabe gewissenhaft erledigt, gibt es Siegpunkte, wenn man dabei führt, mehr Siegpunkte, in Form eines jeweils wechselnden Bonuskärtchens ähnlich der früheren Rittermacht. So werden Fische gefangen, Gewürze gesammelt und schließlich beim Catanischen Rat abgeliefert, der Kontakt zu Eingeborenen bringt dauerhafte Spielvorteile mit sich (beispielsweise können Boote grundsätzlich weiter fahren), besiegte Piraten lassen Goldfundgruben zurück. Kurzum: Man fährt also ständig mit Booten rum, erkundet, baut Einheiten, packt die ein, packt die woanders wieder aus, sammelt was, liefert es ab, und so weiter. Die regulären Tauschhäfen des Grundspiels gibt es nicht mehr, dafür darf einfach immer 3:1 getauscht werden, und wenn man beim Ertragswurf eigentlich leer ausgehen würde, gibt’s den Trostpreis „Gold“, der eigentlich sau gut ist, da er 2:1 gegen beliebige Waren eingetauscht werden darf. Entwicklungskarten fallen ebenfalls raus.
Man bekommt also ein schickes Gesamtpaket aus Seefahrt mit wirklich fahrenden Schiffen, Erkundung, erweiterten Baumöglichkeiten und interessanten Inselfeldern mit Migrationshi.., äh, Missionshintergrund. Besonders das Erkundungselement ist sehr zufriedenstellend, da man hier wirklich das Gefühl bekommt eine unbekannte Insel zu entdecken, auf der es mehr zu sehen gibt als nur weitere Ressourcenfelder. Jetzt muss man sich aber eingestehen, dass wirklich nahezu alle diese Elemente in irgendeiner Form schon mal auf Catan waren, seien es fahrende Schiffe, Nebelfelder, Ritter die Piraten (Barbaren) bekämpfen, Fischvorteile, Händler, die Goldfelder und entsprechenden Goldhandelsregeln, etc. Für Veteranen, die schon die anderen Erweiterungen ihr Eigen nennen, gibt es hier, neben einer neuen und lobenswert abgestimmten Zusammenstellung, wenig bis gar nichts Innovatives. Platt gesagt bekommt man EIN neues Szenario, welches man der Abwechslung halber wohl sicher ein paar Mal spielen kann. Ob das nun aber das Geld wert ist? Für Einsteiger die bisher nur das Grundspiel besitzen kann aber andersrum genau das ein Segen sein: Hier gibt es viele tolle Elemente, gut verpackt, in einer sehr abgerundeten Erweiterung. Vielleicht hat man sich schon immer fahrende Schiffe und einen Fokus auf Entdeckung gewünscht, fand Schiffsketten und Ritter doof? Dann kann man nun endlich zuschlagen! Sehr schade aber, dass bestimmte Elemente des Grundspiels dabei verloren gehen und auch keinerlei Vorschläge gemacht werden inwiefern sich Entdecker & Piraten mit anderen Varianten, so vor allem auch Städte & Ritter, kombinieren lässt. Das würde wohl ohnehin schwierig werden, dann wie sollen Ritter nun noch über Seewege reisen, und ins Boot passen die auch nicht richtig. Zumindest der Gedanke eine Siedlung wahlweise zu einem Hafen ODER einer Stadt aufwerten zu können drängt sich doch unweigerlich auf. Nicht eine einzige Anmerkung dazu vorzufinden ist schon echt schwer enttäuschend! Man kann also eigentlich nicht von einer „Erweiterung“ sprechen, sondern kauft ein eigenständiges und abgeschlossenes Spiel. Auch wirkt es auf mich sehr befremdlich und unintuitiv, dass ich die Inseln auschließlich mit Booten erkunden kann, nicht aber mit einer bereits errichteten Siedlung auf eben dieser Insel durch Straßen und Ausbreitung neue Felder entdecken darf. Auch würde ich doch gerne meine Händler und Kämpfer irgendwie über Straßen bewegen dürfen – aber nö, is‘ nicht. Für mich ist es daher sicher nicht DAS ultimative Siedler. Ehrlich gesagt brauche ich auch nicht unbedingt bewegbare Schiffe – das Bauen von Seestraßen ist regeltechnisch so schön ähnlich zum Bau von Straßen, passt zum Siedelgefühl und erfüllt so ganz unkompliziert seinen Zweck – aber das ist natürlich Geschmackssache. So oder so, es müssen Hausregeln her! Ist ja auch recht schnell gemacht, auch wenn vermutlich das Spielgleichgewicht irgendwie darunter leiden wird. Da frage ich mich jetzt aber, wieso ich mir überhaupt die Erweiterung zugelegt habe, wenn ich auch einfach aus meinen bisherigen zig Elementen mit ein wenig Kreativität in kurzer Zeit ein ähnliches Catanerlebnis hätte basteln können? Ob die Anschaffung von Entdecker & Piraten lohnt, dürfte somit wohl eine sehr persönliche Entscheidung sein. Bei uns ist es auf jeden Fall erhältlich.

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